Schwachstellen als Produktstrategie – Die geplante Obsoleszenz

Die geplante Obsoleszenz : Wir sollen Produkte wegschmeissen, upgraden oder austauschen, obwohl es eigentlich nicht nötig wäre

Obsoleszenz bedeutet soviel wie Verschleiß oder Veralterung. Die Funktionen von verschiedenen Produkten sollen hier gezielt nach einer bestimmten Zeit außer Kraft gesetzt werden, damit der Verbraucher diese ersetzen muss. Das bekannteste Beispiel ist hierbei wahrscheinlich die Glühbirne. Mit der Obsoleszenz bleibt der Kreislauf des dauerhaften Konsums erhalten.

geplante Obsoleszenz

Haltbare Glühbirne

Eingeteilt werden kann die Obsoleszenz in die Kategorien: Indirekter Verschleiß, Psychische Obsoleszenz, Funktionelle Obsoleszenz, dem geplanten Mehrverbrauch und in die geplante Systemvariation. Weiterhin haben sicherlich schon viele von uns Erfahrungen mit künstlich überteuerten Reparaturleistungen gemacht (Notebooks, Waschmaschinen, Fernseher usw.).

Bei Softwareprodukten zeigen sich ähnlich dramatische Auswüchse (Computer die mit etwas älteren Betriebssystemen nicht mehr richtig funktionieren), so war windows 2000 doch sehr stabil, warum wurde es ausgetauscht anstatt weiter entwickelt?

Der Fall der Glühbirne ist besonders auffällig und drastisch da bekannt wurde, daß sich ein Kartell aus Glühbirnenherstellern namens Phoebus / das Phoebuskartell vor langer Zeit zusammen an einen Tisch gesetzt hat um festzulegen, wie lange Glühbirnen “halten dürfen” (1000 Stunden). Alle Teilnehmer dieses Kartells, deren Glühbirnen eine bestimmte Zeit der Haltbarkeit überdauern, wurden innerhalb der Gruppe “bestraft”.

Daß Glühbirnen sehr lange halten könnten beweisst wohl das Beispiel einer 4 Watt Glühbirne “Centennial Bulb”,der Firma Shelby Electric Company, welche in einer Feuerwache in Livermore hängt, sie leuchtet bereits seit 1901, fast ohne Unterbrechung. Die Glühbirne kann man sich sogar per Webcam im Internet anschauen centennialbulb.org/cam.htm

Wünschen Sie eine Garantieverlängerung? Kostet nur…

Ein weiteres, mittlerweile bekanntes Beispiel sind diverse Drucker, denen eine Software aufgespielt wurde, um die Geräte nach einer gewissen Zeit unbenutzbar zu machen. Verschiedene Produkte werden häufig auch mit zu kleinen – unterdimensionierten – Kondensatoren ausgestattet, damit diese absichtlich kaputt gehen (z.B. einige LCD-Monitore). Sehr gerne werden auch Akkus in diversen “Smartphones” fest verbaut, um einen Austausch zu erschweren oder kostenpflichtig machen zu lassen, die Liste ist schier unendlos. Geschickt ist auch das Timing gewählt, in dem viele Produkte ihren “Geist aufgeben”, sehr oft geschieht dies kurz nach der Garantie-Zeit.

An diesen wenigen Beispielen erkennen wir, daß die Industrie in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in der Politik ein reges Interesse daran hat, daß wir möglichst viel wegschmeissen und ver-konsumieren, denn das Spiel mit dem Scheingeld im internationalen Finanzkasino kann nur durch unseren Konsum aufrechterhalten werden.

Es gibt auch positive Beispiele, so wurden recht viele Geräte hergestellt, die trotz intensiver Benutzung sehr lange halten, z.B. ist der Technics Mk2-Plattenspieler ein Gerät, der bei vielen “Dj´s” schon seit knapp 30 Jahren unter extremen Bedingungen in Betrieb ist, und immer noch funktioniert (ähnlich weiteren elektronischen Musikinstrumenten / Synthesizer aus den 80er Jahren). Das waren Zeiten…

“Eine Sollbruchstelle ist ein durch konstruktive oder mechanische bzw. physikalische Maßnahmen oder Auslegungen vorgesehenes Konstruktionselement. Im Schadens- oder Überlastfall wird dieses Element gezielt und vorhersagbar versagen, um hierdurch den möglichen Schaden in einem Gesamtsystem klein zu halten oder eine besondere Funktion zu erreichen.” Quelle: Wikipedia

 

Interessantes Video: Die geplante Obsoleszenz – oder warum die Produkte kaputt gehen


 

Ab ca. Min. 6:05 sieht man das Gegenteil von geplanter Obsoleszenz – Langlebigkeit:

Gold Dvd

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